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Standpunkt unterstützt Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) Würzburg

in Hilfsprojekte

August 2010 – Eine Sponsoring-Anfrage aus der Nachbarschaft hat unsere Aufmerksamkeit erregt. Eva Peteler vom Ökumenischen Asylkreis bat um Hilfe bei der Realisierung einer Zeitschrift. Ein paar intelektuelle Männer hätten sich in der Gemeinschaftsunterkunft Würzburg zusammen getan, um ein Lagermagazin zu etablieren und damit den Flüchtlingen eine Stimme zu geben. Da die Asylanten jedoch mittellos seien, brauchen Sie beim Publizieren des Projektes dringend Hilfe von außen.

 Also sind wir hin zu den Flüchtlingen, um uns ein Bild vor Ort zu machen. Es ist erschreckend, was wir dort sehen konnten. Schlimm sind die Zustände, wie die Menschen dort leben. Derzeit sind knapp 400 Flüchtlinge in diesem Lager untergebracht und können wirklich jede Hilfe gebrauchen.

 Wir unterstützen die Flüchtlinge deswegen aus Überzeugung bei ihrem Vorhaben einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis zu leisten – und das innerhalb und außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft. Für gegenseitige Toleranz und die Integration der Asylanten ist Aufklärung sehr wichtig. So entstand im August die erste Ausgabe der Zeitschrift „Heimfocus, Voice for Refugees“ – Stimme für Flüchtlinge.

 Standpunkt e.V. hilft bei der Umsetzung des Magazins, übernimmt das Layout, versucht dabei Grafiker aus dem Heim zu integrieren, gibt redaktionelle Tipps und steht mit Rat und Tat zur Seite. flyeralarm ist Drucksponsor und übernimmt die kompletten Druckkosten von 1.000 Exemplaren pro Ausgabe.

 Die Blattmacher wünschen sich, dass durch die Beiträge Misstrauen abgebaut wird und beschreiben den Alltag der Flüchtlinge ebenso wie die Schönheit Afrikas und warum sich ein Besuch im Hofgarten lohnt. Das Magazin soll zukünftig bilingual erscheinen – deutsch und englisch, so dass noch mehr Leser angesprochen werden.

 Deutlich wird die Perspektiv- und Hilflosigkeit der Asylanten und dass ihnen einen Leben als Individium, ja als Mensch kaum bis gar nicht möglich ist. Auch Sprachbarrieren machen eine Integration schwierig.

 In diesem Punkt unterstützt Standpunkt e.V. ebenfalls die Flüchtlinge. Regelmäßig geben Ehrenamtliche in der Gemeinschaftsunterkunft Deutsch-Sprachkurse und treffen sich mit den Flüchtlingen zu Kommunikationsrunden. Das schafft neue Perspektiven und Chancen für eine bessere Eingliederung.

 Hintergrundinfos:

Flüchtlinge dürfen in der Regel nicht arbeiten. Erwachsene bekommen ein monatiliches Taschengeld von 40 €, Kinder von 20 €. Essen, Getränke, Hygieneartikel und Kleidung bekommen sie zwar gestellt – nichts davon ist allerdings ihren individuellen Bedürfnissen angepasst. Sie dürfen ihren Regierungsbezirk nicht ohne Erlaubnis verlassen.

 Noch immer leben 90.000 Menschen mit einer Duldung in Deutschland. 57.000 von ihnen seit über sechs Jahren. Bis 2007 waren Geduldete in der Praxis vom Arbeitsleben nahezu ausgeschlossen. Eine Arbeitserlaubnis wurde nur er­teilt, wenn für eine konkrete Stelle keine bevorrechtigten Arbeitnehmer (wie z. B. Deutsche oder EU-Staatsangehörige) ge­funden werden konnten. Seither können Geduldete nach vier Jahren eine Arbeits­erlaubnis bekommen, es sei denn, die Ausländerbehörde unterstellt mangelnde Mitwirkung bei der Identitätsklärung. Ein Leben in der Warteschlaufe. Noch dazu ist es schwierig, nach jahrelanger Arbeitslosigkeit wieder in einen Berufsalltag integriert zu werden.

 Hauptherkunftsland der Asylbewerber ist mit 16,5% der Irak – dicht gefolgt von Afghanistan mit 16,1% aller Antragsteller. Danach folgt der Iran mit 6,1%. (Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Stand 7/10)